Corona und Binge-Eating: wir haben eine Ernährungstherapeutin gefragt, was ihr gegen Fressanfälle im Homeoffice tun könnt

Corona-Lockdown, fehlende soziale Kontakte im Homeoffice, und der Einzige, der dir richtig nah ist, ist dein Kühlschrank? Damit bist du nicht allein! 2020 ist für viele von uns ein Jahr der Herausforderungen – genau wie der Umgang damit, der sich bei manchen Menschen im exzessiven Putzen, in Hamsterkäufen oder Selbstoptimierungswahn äußert. Andere kompensieren die Belastungen mit Essen und entwickeln Binge Eating, Fressanfälle und andere Essstörungen. Wir haben darüber mit der Hamburger Ernährungstherapeutin Birgit Schramm aus der Praxis für Ernährungstherapie gesprochen…

Homeoffice hat seine Vorteile: der lästige Fahrtweg zur Arbeit bleibt aus, man spart Zeit und ist oft sogar effizienter als im Büro. Leider hat das Arbeiten zu Hause auch seine Nachteile, die da wären: Prokrastination und die Nähe zum Kühlschrank. Da kann es schnell mal passieren, dass die Tafel Schokolade, die eigentlich fürs Wochenende gedacht war, versehentlich beim Zoom-Call (die Kamera kann man ja zum Glück ausschalten…) verschwindet. Dieses Essverhalten mag auf Dauer, oder spätestens, wenn die Lieblingsjeans nicht mehr passt, ärgerlich sein. Teilweise ist es jedoch regelrecht gefährlich, nämlich dann, wenn aus einem solchen Gewohnheitsessen-aus-Langeweile ganze Fressanfälle werden, und sich daraus eine Essstörung entwickelt. Letzteres ist gerade jetzt in Zeiten von Corona und der damit einhergehenden psychischen Belastung gar nicht mal so selten, wie uns Ernährungstherapeutin Birgit Schramm erzählt: „Momentan gibt es vermehrt Fälle, die an Essstörungen leiden. Das liegt daran, dass die Situation auf solche „Muster“ wirkt: Manche Menschen gehen mit Belastung um, indem sie jetzt ständig putzen und andere entwickeln Essstörungen.“

Ab wann gelten Fressanfälle eigentlich als 'Essstörung'?

Nun musst du dir nicht wegen jeder Tafel Schokolade, jedem Stück Kuchen oder der Tüte Chips, die du versehentlich gegessen hast, Gedanken machen. Solche gelegentlichen Eskapaden sind in Ordnung, solange sie nicht zur Gewohnheit werden.

„Es gibt einen Unterschied zwischen Binge-Eating und Essen aus Langeweile“, erklärt uns Frau Schramm. „Wer im Homeoffice sitzt und immer wieder mal zum Kühlschrank geht, um sich abzulenken, muss sich deshalb keine Sorgen machen. Das ist so eine Art Snacken, die ich auch noch gut aus der Zeit meines Studiums kenne. Das tut man dann eher, um sich abzulenken.“
Anders sieht es hingegen aus, wenn jemand isst und dabei das Gefühl hat, essen zu MÜSSEN.
„Beim Binge Eating werden ganze Packungen aufgegessen, obwohl die Person eigentlich gar keinen Hunger mehr hat, das ist dann ein richtiger Zwang– eben eine Sucht“, sagt Diplom-Ökotrophologin Schramm.
Auch die Mengen seien beim Binge Eating höher als beim Snacken aus Langeweile.
„Da wird oft für 2-3 Personen beim Lieferservice bestellt, und eine 300 Gramm-Tafel gegessen.

Das kannst DU gegen gelegentlich Fressanfälle tun

Wenn du die oben genannten Symptome eines Binge Eatings (Heißhungerattacken mit Kontrollverlust) an dir beobachtest, solltest du einen Arzt aufsuchen. Ist dein Snack-Verhalten hingegen harmlos und möchtest du wieder ein bisschen in die richtige Spur finden, solltest du diese drei Dinge beherzigen:

1. Sorge für Struktur in deinem Alltag

Ein gepflegter Arbeitsplatz im Homeoffice und Pausen, in denen du kurz vor die Tür gehst oder dich stretchst, helfen dir dabei, deinen Rhythmus beizubehalten. Plane unbedingt regelmäßige Essenszeiten ein.

2. Iss dich satt!

„Menschen die den ganzen Tag snacken, essen oft zu kleine Portionen.“ Hier ein Joghurt, da ein paar Nüsse… wenn du dich nicht satt isst, verlangt dein Körper immer wieder nach Nachschub und du verlierst eher die Kontrolle. Frau Schramm rät außerdem dazu, zu frühstücken, da morgens die Speicher leer sind und der Hunger sonst später gleich doppelt zuschlägt.

3. Krone richten und aufstehen

Hast du trotzdem mal mehr als geplant gegessen, ärgere dich nicht, und iss normal weiter. Die meisten Fressanfälle entstehen nämlich – so Frau Schramm – überhaupt erst dadurch, dass wir unser Essverhalten zu sehr kontrollieren. „Wenn ich wirklich gut versorgt bin – meinem Körper also alle Nährstoffe gebe, die er braucht, habe ich in der Regel keine Heißhungeranfälle“, sagt Frau Schramm.

PS: Um ein Kilo Körperfett zuzunehmen, musst du rund 7.000 Kalorien zusätzlich essen. Wenn du ausnahmsweise mal über die Stränge geschlagen hast, versuch deshalb, entspannt zu bleiben. Corona ist schon so stressig genug für uns alle. 😊

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